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Das Fahrrad selbst reparieren - nützliche Tipps

03.09.2018

Do it yourself (DIY) ist ein Schlagwort, das sich in letzter Zeit stark ausgebreitet hat. Mehr und mehr Blogartikel und YouTube-Videos widmen sich diesem Thema. Auch am Fahrrad gibt es einige Mängel, die selbst repariert werden können. Wir zeigen, wie verschiedene Probleme am Rad gelöst werden können, damit es wieder fahrtüchtig wird. Besonders Neulingen im Bereich der Fahrradreparatur finden hier hilfreiche Tipps und Tricks, um ihr Rad selbst zu reparieren.

 

Fahrradreparatur
 

Gewährleistung und Garantie für das Rad

Fachhändler sind verpflichtet, für das verkaufte Fahrrad eine Gewährleistung zu übernehmen und geben darüber hinaus Garantien für bestimmte Teile. Beides ist damit verbunden, dass nichts am Rad verändert wird, was den Gewährleistungs- bzw. Garantiebestimmungen widerspricht. Deshalb sollte auf die Zeiträume für die Gewährleistung und für die Garantien geachtet werden. Sind diese abgelaufen, kann schon etwas mutiger am eigenen Zweirad geschraubt werden. Da die Garantiezeiten sich bei den einzelnen Bestandteilen unterscheiden, sollten Radfahrer sich vorher genau über diese erkundigen.

 

Vorsicht bei S-Pedelecs und E-Bikes

Echte E-Bikes (der E-Motor ist auch ohne selbst zu treten aktiv) und S-Pedelecs (die E-Unterstützung ist bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h aktiv) benötigen eine Betriebserlaubnis beziehungsweise eine EG-Typgenehmigung. Bei den im Fachhandel erhältlichen Elektrofahrrädern liegen diese vor. Allerdings beziehen sie sich nur auf jene Konfigurationen, wie sie vom Fachhändler verkauft wurden. Eine Veränderung bei S-Pedelecs und E-Bikes kann zu einem Verlust der Betriebserlaubnis und der EG-Typgenehmigung führen.

 

Eine gewisse Gefahr besteht auch bei Pedelecs. Werden diese so verändert, dass die E-Unterstützung auch über 25 km/h aktiv ist, müsste nachträglich eine Betriebserlaubnis erwirkt werden. Das Verfahren dazu ist aufwendig und kann an ein paar nicht zulässigen Bauteilen scheitern.

 

Besser nicht kurz vor der Radtour schrauben

Kurz bevor es auf eine mehrtägige Radtour geht, sollten keine aufwendigen Reparaturmaßnahmen auf den letzten Drücker durchgeführt werden. Es sollte lieber nichts am Fahrrad verändert werden, wenn es morgen auf eine längere Tour soll. Nach jeder Veränderung ist es empfehlenswert, dass die Distanz nach Hause beziehungsweise zur nächsten Radwerkstätte überschaubar bleibt. Ansonsten kann es passieren, dass durch schiefgelaufene Reparaturmaßnahmen plötzlich mitten auf der Strecke irgendetwas nicht mehr funktioniert.

 

Auf das Rahmenmaterial achten

Wer zu viel Gewalt anwendet, wird vom Rahmenmaterial unterschiedliches Feedback erhalten. Titan und Stahl verformen sich bei zu großer Kraftanwendung. Alu bekommt relativ rasch Dellen. Am unangenehmsten reagiert Carbon. Eine eventuelle Beschädigung der Struktur bei einem Carbon-Rahmen lässt sich von außen nicht immer feststellen. Deshalb sollte hier besonders darauf geachtet werden, dass Werkzeuge oder Teile nicht gegen den Rahmen geknallt werden. Beim Anziehen von Schrauben ist sorgfältig auf das maximal zulässige Drehmoment zu achten.

 

Die Komplexität moderner Teile respektieren

Das alte Hollandrad vom Opa ließ sich vielleicht noch mit einfachem Werkzeug selbst reparieren. Moderne Gangschaltungen und hydraulische Bremssysteme setzen aber ein grundsätzliches Wissen über deren Funktionsweise voraus. Deshalb sollten vor Eingriffen an diesen Systemen die Betriebsanleitungen studiert werden.

 

Die Rohrzange ersetzt kein Spezialwerkzeug

Manche Bastler bekommen mit der Rohrzange jede Mutter gelöst. Die modernen Fahrräder verfügen aber über eine Vielzahl von Elementen, deren Formen entsprechendes Werkzeug benötigen. Es kann zur Meinungsbildung hilfreich sein, sich mal vom örtlichen Fahrradfachhändler sein Werkzeug zeigen zu lassen und sich selbst spezielles Werkzeug anzuschaffen.

 

Sauberkeit vermeidet Schäden am Lack

Für die Selbstreparatur eines Fahrrades ist zwar nicht die Sauberkeit eines Operationssaales notwendig, der Boden sollte aber frei von Fremdstoffen (Flüssigkeit, Splitter, etc.) sein. Damit wird das Zerkratzen oder Verunstalten des Fahrrades vermieden. Profis verwenden einen Montageständer und schonen so auch ihren Rücken während der Fahrrad-Reparatur.

 

Der Drehmomentschlüssel ersetzt den Kraftmeier

Früher wurden die Schrauben „handfest“ bzw. „handwarm“ angezogen. Wer mal die Hände unterschiedlicher Leute verglichen hat, wird zu Recht vermuten, dass das keine genaue Maßangabe gewesen sein kann. Stattdessen beschreiben heute viele Bedienungsanleitungen die exakte Kraft, die angewendet werden soll. Der Drehmomentschlüssel sorgt dafür, dass diese Kraft auch eingehalten wird. Doch Vorsicht: Gerade bei einem Drehmomentschlüssel besteht die Gefahr, durch falsche Bedienung viel zu fest anzuziehen. Wer noch nicht mit einem solchen Schlüssel gearbeitet hat, sollte sich diesen genau erklären lassen, bevor er sich ans Fahrrad Reparieren macht.

 

Wer gut schmiert, fährt gut

Das stimmt nicht immer. Abgesehen davon, dass manche Kunststoffrahmen empfindlich auf verschiedene Universalschmierstoffe reagieren, sollte man damit immer behutsam umgehen. Das beliebige Mischen von Schmierstoffen und Fetten kann auch zu ungewollten Ergebnissen führen. Mit schmierigen Händen die Felgen angreifen kann zum Beispiel den Bremsweg bei Felgenbremsen verlängern, weil die Bremsbacken durch den Ölfilm weniger Griff haben.

 

Auf gute Verbindungen bei der Elektrik achten

Seit dem Aufkommen von Pedelecs und E-Bikes sind Fahrräder auch elektrisch eine Herausforderung. Über die richtige Spannung und Polarität informiert das Handbuch. Beim Verlegen der Leitungen ist auf die Vermeidung von Knickstellen und auf eine ausreichende Zugentlastung zu achten. Werden diese Punkte vernachlässigt, kann ein Kabelbruch die vorteilhafte E-Unterstützung zur Unzeit deaktivieren.

 

Fazit zum Fahrrad selbst Reparieren

Sein Rad selbst zu reparieren oder zu erweitern hilft mit, Kosten zu sparen und dem Bike eine gewisse Individualität zu verschaffen. Dabei sollte aber sorgfältig darauf geachtet werden, welche Kräfte bei solchen Reparaturen Anwendung finden. Zusätzlich gilt es zu beachten, dass bei vielen Eingriffen am Rad die Gewährleistungs- und Garantieansprüche verloren gehen können.

 

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